Kleiner KultursalonDen Kleinen Kultursalon im Museum Wäschefabrik gibt es seit dem Jahr 2000. Was zunächst als Experiment begann, hat sich längst zu einer festen Veranstaltungsreihe entwickelt. Etwa ein Dutzend Mal im Jahr wandeln sich Wohnzimmer, Salon, Wintergarten und Empfangshalle der ehemaligen Un­ternehmerwohnung zum Kleinen Kultursalon. Hier treten in intimer Atmosphäre Künstler auf, die mit Musik, Kabarett oder Lesungen die Idee des musikalischen und literarischen Salons wieder beleben. Beliebt ist die Veranstaltungsreihe nicht nur bei Künstlern, auch viele Besucher haben den ungewöhnli­chen Veranstaltungsort schätzen gelernt. Da viele Veranstal­tungen erfahrungsgemäß ausverkauft sind, lohnt es sich, Eintrittskarten vorzubestellen. In der zweigeschossigen holz­vertäfelten Halle, in der ein prächtiges Jugendstil-Glasdach die Blicke anzieht, sind 50 Stühle aufgestellt. Es herrscht freie Platzwahl. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Konzerte 10.- EUR, ermäßigt 7.- EUR

Lesungen 7.- EUR, ermäßigt 5.- EUR

Programm 2011

Freitag, 11. März, 20 Uhr

Briefe eines unbekannten Soldaten

Achim Kuhlmann

Lesung mit Achim Kuhlmann

„Jeder Krieg verroht die Menschen. Einen Krieg steht man nur durch, wenn man alle Mitleidsgefühle zurückdrängt – oder man dreht durch.”

So beginnt einer der Briefe, die der Protagonist Heinrich Altmann von der Front an seine Freundin in Berlin schreibt. „Es ist auch ein wenig die Geschichte meines Vaters”, sagt der Autor über seinen Roman. Kuhlmann selbst stammt aus Ostwestfalen, wie die Hauptfigur des Buches. Eine Jugend im Nazideutschland, Freundschaften, Liebe und die Schrecken des Krieges setzt Kuhlmann gekonnt in Szene und bleibt dabei stets der respektvolle Erzähler. Sein Erstlingswerk mit viel Lokalkolorit wurde in der hiesigen Presse und im WDR hoch gelobt.

Freitag, 25. März, 20 Uhr

„In meinen Träumen läutet es Sturm”

Karin Koenemann

Vortrag über das Leben von Mascha Kaléko

von Karin Koenemann

Die jüdische Dichterin Mascha Kaléko hat wunderbar anrührende Liebesgedichte geschrieben, aber auch mit spitzer Feder und Schlagfertigkeit den Alltag der Weimarer Republik festgehalten. Nach einem rasanten Aufstieg Ende der 1920er Jahre in Berlin wurde ihre Karriere durch die Nationalsozialisten jäh beendet. Heute sind ihre Gedichte, die sie selbst immer als Gebrauchslyrik bezeichnet hat, wieder überraschend aktuell.

Karin Koenemann gehört der Bielefelder Geschichtswerkstatt an und ist aktives Mitglied im Förderverein Projekt Wäschefabrik e.V.

Freitag, 8. April, 20 Uhr

Fräulein Nina und das Resopal

Fräulein Nina und das Resopal

Liederabend zum Schmunzeln und Träumen

mit Nina Mühlmann und Ralf Resopal

Fräulein Nina und Ralf Resopal lassen Erinnerungen an die Fünfziger Jahre wieder aufleben. Ihr Repertoire umfasst Schlager und Schnulzen der Wirtschaftswunderzeit in italienischer und deutscher Sprache. Außerdem tragen die beiden gerne selbstgeschriebene und komponierte Songs vor, die an die Tradition der Fünfziger-Jahre-Musik anknüpfen. Ihre Lieder besingen mal augenzwinkernd, mal ernsthaft alltägliche und besondere Befindlichkeiten. Fräulein Nina lässt es sich zwischen den Musikstücken nicht nehmen, Anekdötchen über ihre deutsch-italienische Familie zu erzählen oder mit Ralf Resopal aus „verstaubten” Benimmbüchern zu zitieren.

Samstag, 21. Mai, 20 Uhr und
Sonntag, 22. Mai, 18 Uhr

Die blauen Engel

Die Blauen Engel

Konzert

mit Monika Beck (Conférencen), Heidi Bogena (Klavier), Birgit Förstner (Violoncello)

Die blauen Engel bieten mit Schlagern, Chansons und Melodien der 1920er und 30er Jahre einen Salonzauber der besonderen Art.  Ob von Marlene Dietrich, Zarah Leander oder den Comedian Harmonists – die Lieder in völlig neuem Gewand wirken überraschend frisch. Die Arrangements in der ausgefallenen Kombination von Cello und Klavier werden durch gestaltende Finesse und instrumentale Virtuosität zu einem besonderen Genuss. Mit Augenzwinkern führt die Freifrau von und zu Ravensberg alias Monika Beck durch das Programm. Gespannt sein darf man auch auf den Komponistenwettstreit zwischen Emilie Mayer und August Nölck. Die drei Künstlerinnen brillieren nicht allein durch musikalisches Können, sondern auch durch ihr schauspielerisches Talent.

Freitag, 10. Juni, 20 Uhr
verschoben auf Freitag, 22. Juli, 20 Uhr!

Alles Oper oder was?

Frank Bothe und Christoph Guddorf

Konzert

mit Frank Bothe (Bariton) und
Christoph Guddorf (Klavier)

Nur Männer, die gar nicht, zu sehr oder die Falsche lieben, sich zum Helden berufen fühlen, Kommunikationsprobleme haben, der Geldgier frönen oder sich ihrem Machtstreben hingeben, sind Garanten für eine gute Oper. Denn was wäre schon passiert, wenn etwa Desdemona geredet, Renato seiner Amalia einfach nur geglaubt oder Scarpia nur einen Hauch von Sozialkompetenz aufgezeigt hätte? Natürlich nichts! Wie es also dazu kam, dass es so kam, wie es kommen musste, und dass vielleicht die Bühne des Lebens die eigentliche „Oper” ist, erzählen Ihnen gutgelaunt Frank Bothe und Christoph Guddorf.

Freitag, 8. Juli, 20 Uhr

Elton und Johann

Duo Dinero

Duo Dinero in einem Zwei-Mann-Musical mit den Songs von Elton John

Felix Hoffmann (Bariton), Sascha Giebner (Klavier)

Nach „Geld singt nicht” präsentiert das Bielefelder Duo Dinero wieder ein kreatives und überraschungsreiches Programm. Die Geschichte ist schnell erzählt. Der alternde Sänger Elton probt für sein Comeback. Da seine eigenen rheumatischen Finger nicht mehr mitmachen wollen, muss ihn sein treuer Pfleger Johann am Klavier begleiten. Aus Erlebtem, Gesungenem und Hinzugedichtetem entfaltet sich die Biographie eines Weltstars. Oder doch nur die von Egon aus Pinneberg?

Freitag, 23. September, 20 Uhr

„Spritzig, spritzig, spritzig” – Lucy von Jacobi

Lucy von Jacobi

Eine Hommage an Lucy von Jacobi

mit Irene Below und Christine Ruis

Lucy von Jacobi (1887–1956) Schauspielerin, Journalistin und Schriftstellerin war eine Frau mit vielen Namen: Miraflor, Billie, Kittie, Lino Rossi … Frauenpolitisch engagiert wurde sie zu einer prominenten Figur im Kulturleben der Weimarer Republik. Seit 1905 stand sie auf der Bühne und spielte unter Max Reinhardt. Ab 1917 schrieb sie für verschiedene Zeitungen über Film, Literatur, Theater, Kunst und Mode – mehrere tausend Artikel. Bei aller Kürze schrieb sie elegant und informativ, politisch wach, pointiert und witzig, manchmal auch persönlich. Ihr Weg ins Exil begann 1933 und führte sie über verschiedene Stationen 1938 in die Schweiz, wo sie unter Decknamen weiter schrieb. Als Irene Below 1964 ihren Nachlass in einem Florentiner Antiquariat fand, war sie schon fast vergessen. Im Juli 2009 erschien der Band Lucy von Jacobi. Journalistin. Irene Below stellt die Biografie dieser ungewöhnlichen Frau vor, Christine Ruis liest Texte von ihr.

Freitag, 30. September, 20 Uhr

Als die Wörter und die Töne noch lebendig waren

Rainer Winkel und Georg Hörmann

Ein literarisch-musikalischer Abend

mit Rainer Winkel und Georg Hörmann

Im Hauptberuf sind die beiden „Kulturschaffenden” ganz normale Universitätsprofessoren – der eine in Berlin, der andere in Bamberg. Der eine literarisiert, der andere musiziert gerne, durchaus professionell. Rainer Winkel liest neue „Geschichten aus verhangener Zeit” sowie aus seiner ganz und gar nicht idyllischen Novelle „Gulistan”. Sein Partner Georg Hörmann wird zwischen den Textvorträgen aus den Werken von Frédéric, Friedrich, Franz, Franz und Fred geeignete Passagen auf dem Klavier spielen. Und sollten Schwindelanfälle auftreten, keine Sorge: der eine ist promovierter Mediziner und der andere ist im jetzigen Museum Wäschefabrik aufgewachsen – zusammen mit sieben Kindern der Familien Theodor und Georg Winkel, weiß also, wo man hier wieder zur Besinnung kommen kann.

Freitag, 7. Oktober, 20 Uhr

Trio Köprü: Begegnungen

Trio Köprü

Konzert

mit Taner Bayyurt (Bassbariton), Wolf Isensee (Viola), Georg Krieger (Arrangement und Klavier)

„Köprü” heißt „die Brücke”, und so möchte auch dieses Jahr das Trio Köprü wieder Brücken schlagen zwischen verschiedenen Kulturen. Schon mehrfach war das Trio in wechselnder Besetzung im Kleinen Kultursalon zu Gast. Dieses Jahr stehen Lieder aus der ganzen Türkei auf dem Programm: eine musikalische Reise durch alle Teile Anatoliens, zur Schwarzmeerküste, der Ägäisregion, ans Mittelmeer und in die Marmara-Region. Doch es begegnen sich nicht nur verschiedenen Landschaften: mit Taner Bayyurt, Wolf Isensee und Georg Krieger treffen auch drei Musiker aus Deutschland und der Türkei aufeinander, Klavier und Violine begleiten türkischen Gesang, eine klassisch ausgebildete Opernstimme interpretiert überlieferte Volksweisen. Aus diesen vielfältigen Begegnungen entwickelt sich etwas vielschichtig Neues.

Freitag, 14. Oktober, 20 Uhr

Wenn die beste Freundin …

Andrea Wittler und Ingrid Stein

Konzert

Andrea Wittler (Gesang) und Ingrid Stein (Klavier, Gesang)

In Gefühlsangelegenheiten steht die beste Freundin immer mit Rat und Tat zur Seite. Dabei ist sie absolut diskret und verschwiegen – meistens jedenfalls. Andrea Wittler und Ingrid Stein bringen mit ihren frech-frivolen Chansons aus den 1920er bis 40er Jahren endlich an die Öffentlichkeit, was in stundenlangen Gesprächen hinter verschlossener Tür von Frau zu Frau erörtert wird. Das Publikum durchleidet mit den beiden Freundinnen in einem mitreißenden Programm die Höhen und Tiefen des Liebeslebens. Ein Genuss für alle, die sich gerne „mit Musike” in vergangene Zeiten versetzen lassen möchten.

Freitag, 18. November, 20 Uhr

Die DesHarmoniker

Die Desharmoniker

Konzert mit Schlagern der Comedian Harmonists

Kai-Uwe von Hollen, Sascha Giebner, Joachim Müller, Christian Kurschus, Reimar Küstermann, Michael Adamietz

Die Konzertabende dieser Bielefelder Herren sind stets innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Seit über zehn Jahren begeistern die DesHarmoniker ihr Publikum mit den beliebten Liedern der Comedian Harmonists aus den 1920er und 30er Jahren immer aufs Neue. Die sechs Männer lassen mit Charme, Witz und Musikalität Frauenherzen höher schlagen. Doch auch männliche Zuhörer wird das parodistische und selbstironische, aber stets liebenswerte Programm nicht kalt lassen. Und so wird der Geist der Comedian Harmonists auch nach 75 Jahren mitten im Herzen Ostwestfalens wieder quicklebendig.